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Der Deutsche Petöfi DUG gibt Gedichtband mit 61 der am häufigsten ins Deutsche übersetzten Gedichte heraus
Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft hat ihr zweites Buch herausgegeben. Es ist der bereits angekündigte Petöfi-Band unter dem Titel:
János Gyula: Der Deutsche Petöfi - 61 Gedichte, Stuttgart 1999.ISBN 3-9806483-1-1
Zu bestellen beim Verlag der DUG (DUG-Geschäftsstelle, Hauptstraße 42, 70839 Gerlingen) zum Preis von 19.80 DM zuzüglich Versandkosten.
Die Ungarn sind ein lyrisches Volk. Sie brachten stets zahlreiche Dichter, Poeten und Lyriker hervor. Wenn man jedoch einen Ungarn bittet, einen Dichter zu nennen, so erhält man vor allem eine Antwort: Petöfi.
Ist Petöfi denn der größte ungarische Dichter? In seiner sprachlichen Virtuosität, seiner Geisteshaltung, seinem Schicksal und als Verkörperung der Geschichte seines Volkes? Er ist wohl eher ein Phänomen, wie es Burn für die Schotten ist, Baudelaire für die Franzosen, Puschkin für die Russen und Goethe für die deutsche Literatur: ein Nationaldichter, der auch außerhalb der Grenzen seiner Nation als Dichter gilt.
Sándor Petöfi wurde am 1. Januar 1823 in Kiskörös in der Großen Ungarischen Tiefebene geboren. Er verlebte eine wechselvolle Jugend, wodurch er eine unregelmäßige Schulbildung erhalten hatte. Diese Lücken glich er durch großen Eifer im Lesen und im Erlernen von Sprachen aus. Zu seinen Lieblingsdichtern zählten unter anderem Schiller, Lenau und Heine. Im Jahr 1842 erschien zum ersten Mal ein Gedicht von ihm, zwei Jahre später eine erste Gedichtsammlung, die sofort außerordentlichen Beifall fand. Ab 1844 war Pest (Budapest) die Bühne seines literarischen und öffentlichen Lebens. 1847 heiratete er. 1848 trat Petöfi an die Spitze der Pester Jugend und wurde einer der geistigen Führer der Märzrevolution. Sein Gedicht "Nationallied" ist mit dem ungarischen Nationalfeiertag, dem 15. März, untrennbar verbunden. Dieses Lied, genauer gesagt, seine folklorisierte deutsche Version, wurde auch zum Marschlied der badisch-pfälzischen Revolutionäre. Bis heute ist Petöfis uneingeschränkte Verpflichtung gegenüber der Freiheit nicht in Vergessenheit geraten, sie lebt und wirkt fort: mit einem seiner Gedichte wurde 1990 das freie ungarische Parlament eröffnet, und 1989 riefen die chinesischen Studenten auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens in Sprechchören seine Zeilen über "Freiheit und Liebe".
Am ungarischen Freiheitskampf gegen die Habsburgermonarchie nahm er persönlich teil und kämpfte 1849 unter dem legendären General Bem als dessen Adjutant. Seit der Schlacht bei Segesvár (Schäßburg) am 31. Juli 1849 wurde er nie wieder gesehen und auch sein Leichnam wurde nie gefunden. Er starb auf dem Schlachtfeld, wie er es in vielen seiner Gedichte prophezeit hatte.
Petöfis Dichtung hat viele Gesichter, auch ein deutsches. Es formte sich aus der Vorstellung, die das deutsche Leserpublikum von Petöfi hatte und hat. Die zahlreichen Übersetzer und die Gesamtheit der von ihnen hervorgebrachten deutschen Fassungen von seinen Werken übermitteln ein ganz eigenes Bild von dem ungarischen Nationaldichter, der sich nach der Weltanschauung der Deutschen richtet und einen Petöfi zeigt, wie ihn die deutschen Leser sehen wollten. Unsere Gedichtsammlung will eben diesem Petöfi-Bild Rechnung tragen und stellt die beliebtesten Petöfi-Gedichte der Deutschen vor.
Die vorliegenden Gedichte sind die 61 am häufigsten ins Deutsche übertragenen Gedichte der etwa 800 lyrischen Werke Petöfis. Die Anzahl der deutschen Varianten reicht oft bis zu über 60 Übersetzungen ein- und desselben Gedichtes, nicht wenige wurden von demselben Übersetzer mehrfach ins Deutsche übertragen.
Für die Anthologie wählten wir aus den verschiedenen Übersetzungen jeweils eine unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien aus: die Nähe zum Originaltext in Form, Inhalt und Stimmung, der literarische Kunstwert, sowie ein möglichst frühes Erscheinungsjahr, um Petöfis Zeit möglichst treu zu bleiben. Die einzelnen Gedichte wurden in der Reihenfolge geordnet, in der sie dem deutschen Leser begegneten, also nach dem Erscheinungsjahr der ersten deutschen Fassung. Dafür spricht auch, daß man viele Gedichte Petöfis schon zu seinen Lebzeiten in der deutschen Sprache lesen konnte.
Als Grundlage der Anthologie diente das "Archiv der deutschsprachigen Übersetzungen der Lyrik Petöfis" des Finnisch-ugrischen Seminars der Georg-August-Universität Göttingen. Diese Anthologie stellt die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des Seminars dar. Es umfaßt alle deutschsprachigen Übersetzungen - ihre Zahl beträgt etwa 23 000 -, die mühsam und akribisch zusammengesucht und archiviert wurden. Die Sammlung entstand seit dem Jahr 1987, durchgeführt, von Maria Pettrits und Norbert Lossau unter Leitung von Professor János Gyula. An der Erstellung dieses Bandes des Archivs waren Annemarie Piatek, Christine Schlosser und studentische Hilfskräfte beteiligt. Bei der Auswahl der Gedichte war Barbara Winterstein behilflich. Der Sonderforschungsbereich 309 "Die literarische Übersetzung" der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat das Projekt jahrelang unterstützt. dug
Praktikumsplatz vermittelt Die DUG konnte dem 26jährigen ungarischen Kfz-Elektriker Szabolcs Ludányi aus Székesfehérvár mit Hilfe des Baden-Württembergischen Handelstages und der Zentralen Arbeitsvermittlung in Frankfurt/Main sowie der Innung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes eine Praktikumsstelle bei einem VW/Audi-Betrieb verschaffen. Der junge Mann möchte insbesondere seine Deutschkenntnisse verbessern. Zuletzt hatte er mit Erfolg einen Intensiv-Deutschkurs in Ungarn bestanden. Unter anderem bemüht er sich um diese Deutschkenntnisse, weil auch in der ungarischen VW/Audi-Werkstätte, in der er seit über drei Jahren arbeitet, mehr als 90 Prozent der Reparaturleitfäden auf deutsch geschrieben sind. dug
Kleiderspende für Pécs Im Juni sammelte Fellbach wie in den vergangenen Jahren wieder Kleiderspenden für die Partnerstadt Pécs. In den vergangenen Jahren waren jeweils etwa sieben Tonnen zusammengekommen. Mit den diesjährigen Kleiderspenden ging auch eine Sendung medizinisches Material für das Komitatskrankenhaus Baranya in Pécs mit - wir berichteten bereits darüber. Das Material hat die DUG aus Beständen der Bundeswehr erhalten. Die Transportliste umfaßte Fahrgestelle für Krankenhaustragen, Geräte- und Visitenwagen, Infusionsstände sowie Verbandsmaterial und medizinische Instrumente bis hin zu technischen Apparaten wie Inhalier- und Beatmungsgeräte sowie einen Defibrillator mit EKG. Die DUG bedankt sich auf diesem Weg bei der Stadt Fellbach, die sich bereiterklärt hatte, den Lkw aus Ungarn dafür zur Verfügung zu stellen und das Material nach Ungarn zu transportieren. dug
Vorstand sprach mit Palmer Der Vorstand der DUG hat am 11. Juni ein Gespräch mit Staatsminister Dr. Christoph-E. Palmer im Stuttgarter Staatsministerium geführt, der bald darauf nach Ungarn reiste. Dabei hat Palmer betont, daß das Staatsministerium auch im Milleniumsjahr die DUG in die zahlreichen Aktivitäten mit einzubinden gedenkt. Das Gespräch mit Palmer sollte daher den Ausgangspunkt für eine künftige, intensivere Zusammenarbeit bilden.
Weitere Gesprächspunkte waren die Verleihung des Kulturpreises der DUG erstmals im Millieniumsjahr 2000. Möglicherweise zeichnet sich hier eine gemeinsame Veranstaltung mit der Landesregierung auf der Solitude ab. Im übrigen plant das Staatsministerium für den Sommer 2000 einen Partnerschaftskongreß mit den Städten und Gemeinden sowie Landkreisen, die Partnerschaften mit Ungarn haben; dieser Kongreß wird vor allem der Jugend gewidmet sein. Es wurde ferner darauf hingewiesen, daß die Donauschwäbische Kulturstiftung die Partnerstädte und -gemeinden bereits wegen der Expo 2000 in Hannover um Einladung von Jugendlichen aus ihren Partnerkommunen nach Baden-Württemberg gebeten und hierfür Zuschüsse in Aussicht gestellt hat. Die ungarische Regierung wird laut Dr. Steger voraussichtlich Mittel für die Reisekosten der Jugendlichen nach Deutschland zur Verfügung stellen. Angedacht wird auch, Jugendliche aus dritten Ländern, beispielsweise Frankreich und England mit einzubeziehen.
Keine Fahrt zur Buchmesse Bitte beachten: Aufgrund des sehr geringen Interesses muß die für den 15. Oktober geplante Tagesfahrt mit dem Bus zur Frankfurter Buchmesse leider ausfallen.
Kulturpreis für "Neue Zeitung" Zum sechsten Mal verleiht der Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V. (VDA), der 1881 als Allgemeiner Deutscher Schulverein gegründet worden war, am 25. September seinen Kulturpreis. Preisträger in diesem Jahr sind das deutschsprachige Wochenblatt "Neue Zeitung" (Budapest), und der Dachverband der deutschen Clubs und Vereine in Australien und Neuseeland "Neue Brücke". Die Laudatio auf die "Neue Zeitung" wird der Intendant der Deutschen Welle, Dieter Weirich, halten. Johann Schuth, Chefredakteur der "Neuen Zeitung", wird in Bayreuth die Verleihungsurkunde entgegennehmen und die Laudatio erwidern. Die Verleihung wird am Samstag, 25. September, elf Uhr, im Neuen Schloß in Bayreuth stattfinden.
Nach dem Willen des Initiators und Stifters des Kulturpreises, Dr. Kurt Linster, sollen Persönlichkeiten und Organisationen geehrt werden, die sich um den Erhalt der deutschen Sprache und Kultur sowie um das Wohlergehen und den Fortbestand der deutschen Gemeinschaften im Ausland verdient gemacht haben. Der Kulturpreis 1999 ist mit je 20 000 Mark dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Johann Kroll, (Vorsitzender der "Deutschen Freundschaftskreise" Oberschlesien), Johann Wolfart, (Vorsitzender des Amtes für nationale und ethnische Minderheiten in Ungarn), das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Schulvereine und Elternschaften in Namibia oder auch das Organisationskomitee der Deutsch-Amerikanischen Steuben-Parade New York. Vorsitzender des VDA ist der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk.
Kleinstadt braucht Hilfe Der Bürgermeister der ungarischen Kleinstadt Sátoraljaújhely mit rund 20 000 Einwohnern, Péter Szamosvölgyi, hat sich um Hilfe an die DUG gewandt. Den Kontakt zwischen der Ortschaft und der DUG hat DUG-Mitglied Stephanie Morvay hergestellt. In einem Schreiben listet er auf, woran es der Gemeinde besonders mangelt: für das Krankenhaus werden Artikel wie Verbandszeug und Einmalspritzen benötigt, für die Schulen Schulbänke und -tische, Geräte für Computertechnik und Hilfsmittel, die den Sprachunterricht an den Grund- und Mittelschulen unterstützen. Die Kindergärten benötigen vor allem Spielsachen. Für den Transport könnte die Stadt nach Angaben des Bürgermeisters selbst sorgen.
Selbstverwaltungen kooperieren